spielstätten

Gallery

Die m20d Gallery ist an allen drei Festival Tagen zwischen 9:00 und 23:00 Uhr geöffnet. Führungen durch die m20d Gallery beginnen jeden Abend um 18:00 Uhr, mit Treffpunkt beim m20d Center. Die Dauer der Führung beträgt circa 60 Minuten.

m20d Gallery is open for viewing between 9:00 and 23:00 hours on all three days of the program. Guided tours through Flachau are scheduled every evening at 18:00; meeting point is the m20d Center. Duration of the tour is approx. 60 minutes.

Center

Das m20d Center bietet an jedem der drei Abende ein abwechslungsreiches Programm, welches täglich um 19:30 Uhr beginnt. Im m20d Center kulminieren alle dargebotenen Kunstformen, finden eine Serie von Künstlergesprächen statt und es ist Ausgangspunkt und Ziel der Führungen durch die m20d Gallery. Für heiße Getränke und Verpflegung ist gesorgt.

The m20d Center hosts a different program on each night of the festival. All genres and art-forms combine at the Center and  it will also host a series of artist talks. Center is also the meeting point for the daily tours through the m20d Gallery. Hot drinks will be available.

Theater

Das Theater ist der Spielort für Frost, eine Erschöpfungsgeschichte*. Der Ausgangspunkt fuer das Theater ist der Berggasthof Sattelbauer (1.279m).

 


 

die schmelze

Die dritte Ausgabe der minus20degree Kunst- und Architekturbiennale findet vom 28.- 30. Jänner 2016 in Flachau statt.

Das Schmelzen ist ein genauso furchterregender wie heroischer Moment. Was für den Schneemann der sichere Tod, ist für die Weide ein neues Erstarken; was für die Einheit das sichere Ende, ist für die Verschiedenheit ein neuer Beginn. Alles Stabile und Feste scheint in Bewegung zu kommen, sich zu verflüssigen um in neuer Form zu erstarren. Der Natur ist diese Radikalität inhärent und den Landbewohnern ist die Schmelze deswegen auch gar nicht fremd. Und doch, oder gerade deswegen, stemmt sie ihre Kultur dagegen. Das diesjährige minus20degree will gerade darum die kulturelle Schmelze herauslocken und thematisieren.

Es sind 23 Künstler aus 17 Nationen nach Flachau eingeladen um die Winterlandschaft in Bühne, Leinwand und Galerie zu verwandeln. Ein Parcours führt durch das Dorf und verknüpft Installationen, Performances und Kunstwerke zu einem einzigartigen Ausstellungsraum. Für drei Tage ist Flachau nicht nur Epizentrum des Massentourismus sondern auch Mittelpunkt des internationalen künstlerischen Schaffens.

 

melt

The third edition of minus20degree Art and Architecture Biennale takes place in Flachau, Austria, on January 28 – 30, 2016.

Melting is as fear inducing as it is a heroic moment. What brings death to the snowman, strengthens the pasture anew; what ensures the end of the unit, is a new beginning for difference. All that is stable and solid appears to gather movement, becoming liquid in order to solidify as a new form. This radicalism is inherent in nature and therefore its rural dwellers sense familiarity within. Yet still, or indeed exactly for that reason, they brace their culture in opposition. That is precisely why this year’s minus20degree wants to draw out and address the cultural melt.

Twenty-three Artists from seventeen countries are invited to transform the winter landscape into stage, canvas and gallery. A path leads through the village and links installations, performances and artworks into a distinct exhibition space. For three days Flachau is not only the epicentre of mass tourism, but also the focal point for international artistic expression.

 

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index

Ohne Titel  | Tetsuya Umeda (JP) | Center Circle

Tetsuya Umeda ist ein alchemistischer Zauberer, ein Tüftler, ein kinetischer Klangkünstler; Wasser, Feuer, Trockeneis, einen Bunsenbrenner, ein paar Konservendosen, ausgediente Haushaltsgegenstände und einen Raum, auf den er reagieren kann, mehr braucht der Künstler nicht, um seine experimentellen, immer wieder überraschenden Installationen zu realisieren. „Ich beobachte, das ist alles“, sagt er selbst über seine Arbeit. In seinen vor Ort und für den Ort entstehenden Performances reagiert er auf das, was er vorfindet, und kreiert aus Licht, Tönen und Kinetik wunderwitzige, atmosphärische Raumskulpturen, mit denen er auf der Basis einfacher physikalischer Phänomene Zeit hörbar und sichtbar macht.

 

Crystal Balls | Taus Makhacheva (RU) | Center Circle

Taus Makhacheva stammt aus der russischen Republik Dagestan im Kaukasus. Ihr Interesse für die komplexe Beziehung zwischen Geschichte, Gegenwart und Erinnerung hängt mit der Geschichte des Landes zusammen und bildet den Ausgangspunkt vieler ihrer Werke. Mittels ihres bevorzugten Mediums Video, aber auch in Fotografien, Installationen und Objekten, untersucht und reflektiert sie Motive und Begriffe der Kunstgeschichte, der Anthropologie und Kulturwissenschaften.

 

Ohne Titel | Elke Krasny (AT) | Center Circle

Elke Krasny ist Kuratorin, Kulturtheoretikerin und Schriftstellerin. Sie ist Professorin an der Akademie der Bildenden Künste Wien, Österreich. Ihre theoretische und kuratorische Arbeit ist fest in sozial engagierter Kunst und räumlichen Praktiken, urbaner Erkenntnistheorie, postkolonialer Theorie und feministischer Geschichtsschreibung verwurzelt. In ihrer konzeptuell getriebenen und forschungsbasierten kuratorischen Praxis arbeitet sie an den Schnittpunkten von Kunst, Architektur, Bildung, Feminismus, Landschaft, Raum Politik und Urbanismus. Sie zielt darauf ab, die Innovation und die Debatte in diesen Bereichen durch Schmieden von experimentellen postdisziplinären Kooperationen zwischen Forschung, Lehre, Kuratieren und Schreiben zu erreichen.

 

As We Use to Be | Roberta Orlando (IT) | Center Screen

As We Use to Be zeigt Kommunikation von Körpern und deren Kontrast durch Form und Atem. Die Ansicht erlaubt nur einen kleinen Ausschnitt der Szene und suggeriert dadurch ein neugieriges und voyeuristisches Auge. Der Ton von zwei Körpern lebt zwischen dem Träger und der körperlichen Ausdauer der eigenen Fusion. Eine Darstellung von Gleichgewicht und Rhythmus innerhalb von sich immerwährend in Bewegung befindenden Beziehungen. Zwei Körper haben zwei Bedürfnisse: das andere und das eigene. Ohne jede Anerkennung des Geschlechts.

 

Constant | Denis Beaubois (AU) | Center Screen

Constant hinterfragt die Art und Weise wie ethnische Merkmale wahrgenommen und interpretiert werden; vor Allem im Bezug auf Augenzeugenberichten. Diese Arbeit fand ihren Anstoß in Folge von Gesprächen des Künstlers mit Dr. Richard Kemp und Helen Patterson an der Forensischen Psychologie Abteilung der Universität von New South Wales. Die Subjekte in Constant fesseln den Beschauer in dem sie ohne zu zwinkern in die Kamera blicken. 13 Gesichter und 12987 zusammengesetzte Bilder werden mit Hilfe des Computers verschmolzen. Die gezeigte Figur verändert seine Ethnie scheinbar unmerklich alle 40 Sekunden.

 

White Hole | Christine Maigne (FR) | Center Screen

Der kalte, weiße Bildschirm scheint sich zu Bewegen und zu Atmen. White Hole wird geboren, es lebt, und auf heimtückische Weise verliert es seine geometrische Form und ist abwechselnd Beule, oder Loch. Die animierten organischen weißen Formen schaffen eine seltsame Materialität auf dem strukturierten Schnee-Bildschirm. Die Illusion einer Bewegung atmet zwischen Realität und Fiktion.

Tracing Landcapes | On Transitions Collective | Jozefien Beckers (BE), Inna Krasnoper (RU), Nina Vobruba (AT) & Lena Kienzer (DE) | Ortsungebunden

Die Akteure transformieren sich in Tracing Landscapes zu einem empfänglichen und beschreibenden Instrument im Dialog mit der Oberfläche und Struktur der Landschaft. Aus vier Körpern gebildet, handelt es sich dabei nicht um eine voneinander getrennte Konstruktion, sondern um ein komplexes Gebilde mit in sich ständig wechselnder Form, variabel wie das Wetter; vergleichbar mit dem transformativen Prozess einer Landschaft mit ihrer inhärenten multiplen Zeitskala. “Die Gegenwart ist durch die akkumulierten Spuren der Vergangenheit gezeichnet; und die Zukunft am Planeten Erde wird Abdrücke unserer Gegenwart tragen.” Heather Davis, Landschaften des Anthropozän.

 

Icetimer | Anna Vasof (GR/AT) | Space A

Raum und Temperatur sind zwei der wichtigsten Faktoren die unsere Zeitwahrnehmung steuern. Icetimer ist eine Installation die verschiedene – von Menschen entwickelte – Zeitvorstellungen misst. Vasof legt dabei ihr Augenmerk auf die tiefen Temperaturen und den Raum. Der Beschauer sieht ein Instrument das einer Sanduhr ähnelt, aber anstelle von Sand, wird hier in Wassertropfen gemessen. Durch die Positionierung im Außenraum und mithilfe der Kälte wird hier die Zeit eingefroren – und keine Messung findet statt. Icetimer wird nur aktiviert, wenn eine Wärmequelle das Instrument erhitzt und das Eis verflüssigt. Dieser Prozess der Schmelze wird wiederum nur durch einen davorstehenden Menschen in Gang gesetzt.

 

FIZZ! WHIZZ! BUM! | Leonhard Müllner & Jakub Vrba (AT/CZ) | Space B

In einem Glashaus explodiert ein Feuerwerk. Anstelle von Pflanzen sprießen sekundenschnell bunte Tentakel hervor, die sich sofort wieder in Rauch auflösen. Nicht in der Weite des Himmels, sondern isoliert im Gewächshaus tobt der Raketenrausch. Die Kraft des Bildes entsteht nicht in der ausgedehnten Entfaltung als vielmehr in seiner räumlichen Eingegrenztheit. Die Flachau, seit dem frühen Mittelalter ein Ort der Eisenverhüttung, verlor seine diesbezügliche Identität 1866, als die Hochöfen zuletzt das Erz zur Schmelze brachten. Die Arbeit FIZZ! WHIZZ! BUM! bringt das lodernde Element zurück nach Flachau, wie in einem Hochofen wird es in einem Glashaus gezähmt.

 

Escape | Leanne Wijnsma (NL) | Space C

Escape ist eine Arbeit ausgelöst durch die Paradoxie der Freiheit. Eine Reaktion auf eine Welt in der alles möglich scheint, in der wir immer verbunden sind, immer verfügbar. Der Akt des Grabens ist die Beanspruchung eines Grundrechtes; dem Grundrecht entfliehen zu können und sich von dieser Welt zu verabschieden. Der gegrabene Fluchttunnel führt allerdings nicht in die Freiheit, stattdessen endet er nur wenige Meter von seinem Ausgangsort. Es ist vor allem die Entscheidung zu Graben welche in die angestrebte Freiheit führt.

 

Lack | Hyeji Woo & Tim Shaw (KR/GB) | Space D

Lack untersucht die Vergänglichkeit und Transformation von Materialien im Laufe der Zeit. Unter Verwendung von Licht und Ton verbindet diese Installation das Schmelzen von Eis und Schnee mit analoger Projektion und Klangverstärkung um einen lebendige Raum zu schaffen. Die Vergänglichkeit von Eis und seine Verwandlung zu Wasser wird visuell verstärkt. Das Knarren des schmelzenden Eises, das vielschichtige Tropfen von Wasser und das Brummen der Overhead-Projektoren speist drei Lautsprecher, welche die Projektionsfläche beschallen. Eis und Ton werden als vergängliche Materialien dargestellt, als Bestandteile eines Gesprächs, beide im Wandel und sich simultan Verändernd.

 

GEO|METER | Moradavaga – Manfred Eccli (IT) & Pedro Cavaco Leitão (PT) | Space E

GEO|METER reflektiert das Verhältnis zwischen Mensch und Natur. Die Arbeit thematisiert den menschlichen Drang sich seine Umgebung in jeder erdenklichen Art und Weise zu unterwerfen. Orientierung und Desorientierung im Zusammenspiel mit der Veränderung von Perspektiven und Maßstab spielen die essentielle Rolle in diesem Machtspiel. Die Arbeit durchwandert drei unterschiedliche Akte, welche die Inszenierung mit Hilfe von wechselnder Geometrie, Farbe und Verbrennung verstärkt.

 

Spring #2 | Idan Hayosh (IL/RO) | Space F

Die geträumte Frühlingswiese zeichnet eine diffuse Grenze zwischen Erhaltung und Wiederbelebungs-Kampf. Freigelegt inmitten der weißen Landschaft, mit präziser Geometrie arbeitend, erzeugt Spring #2 eine unweigerliche Spannung. Die Arbeiten von Idan Hayosh brauchen keine Erklärung, keine Kontextualisierungen, keine kunsthistorischen Referenzen. Sie sind einfach da. Unübersehbar. Unüberhörbar. Man kann ihnen nicht entfliehen.

 

Biggest Snowball Ever | Paul Wiersbinski (DE) Unterstützt von Hanna Hildebrand (DE) | Space E

Biggest Snowball Ever nimmt ein Zitat des Französischen Philosophen Alain Badiou als Ausgangspunkt. Darin erklärt Badiou, dass „…..die Sprache des Geldes eine Sprache sei, die vorgibt keine Grenzen zu kennen (…) und wenn die Sprache vorgibt keine Grenzen zu haben, dann ist es als ob die Welt keine Grenzen hätte; sie verschmilzt.” Der Künstler Wiersbinski startet selbst den Versuch einer grenzbrechenden Leistung, die während der gesamten Dauer des Festivals durchgeführt wird: eine öffentliche Aufforderung den aktuellen Weltrekord zum Bau des größten Schneeballs der Welt zu brechen.

 

In Cold Heat | Julieanna Preston (NZ) | Space F

Späne werden gesammelt, ein Feuer wird entfacht, genährt und bewerkstelligt. Auf den ersten Blick erscheint diese Arbeit nur als einfacher Bau und Pflege einer Feuerstelle in der kalten und schneebeladenen Umgebung. Jedoch werden durch diese simple Intervention mehrere soziale Modalitäten aktiviert und widergespiegelt.Inmitten der Extreme entsteht eine thermische und räumliche Dynamik in welcher ethische Dimensionen wie Gastfreundschaft oder gegenseitige Fürsorge, durch die Ausschank von heißen Getränken und dem Angebot eines erwärmenden Raums, verstärkt wahrgenommen werden. Die Künstlerin stellt die Frage ob solche Methoden und Werte tief greifende Auswirkungen auf die menschliche Besiedlung haben können. Am Ende erlischt das Feuer und ruht im äschernden Zustand in der weißen Landschaft.

 

Frost, eine Erschöpfungsgeschichte | Theo Deutinger (NL/AT) & Heinz Riegler (AU/AT); mit Johann Nikolussi (AT) | Theater

Frost, eine Erschöpfungsgeschichte ist eine Exkursion in eine akustisch inszenierte Landschaft, angelehnt an den gleichnamigen Roman von Thomas Bernhard. In acht, ineinanderfließenden Sequenzen wird versucht die Beklemmtheit, die zunehmende Erschöpfung und der zunehmende Irrsinn der im Roman beschriebenen Charaktere, zu empfinden. Die Wortgewalt des Romans wird mit der vorhandenen Naturgewalt und der Menschengewalt der Teilnehmer überlagert. Der durch Kopfhörer übertragene Ton bleibt isoliert, überlagert sich mit dem Naturraum und der Bewegungserfahrung. Diese drei Elemente verschränken sich durch ihre Gleichzeitigkeit zu einer Erfahrung. Frost, eine Erschöpfungsgeschichte nimmt die Besucher mit auf eine Reise in eine von Texten und Körpern und Natur erschöpften Landschaft. Ist man am Ende der Geschichte vollkommen geistig und körperlich entleert, ist man außer Stande einen klaren Gedanken zu fassen, dann hat die Expedition ihr Ziel erreicht, dann ist Frost.

 


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program selektion

Der Selektion der Projektausschreibung wurde von Juroren Georg Elben, (Direktor Skulpturenmuseum Glaskasten Marl), Seamus Kealy, (Direktor Kunstverein Salzburg), Lawrence English (Kurator/Künstler, Room40, Australien), Agatha Jaworska (Kuratorin/Künstlerin, KanadaNiederland) und Susan Quinn (Direktorin SEAD, Salzburg) ausgewählt. Vier teilnehmende Künstler wurden direkt von der minus20degree Künstlerischen Leitung eingeladen: Elke Krasny, Taus Makhacheva, Tetsuya Umeda und Anna Vasof. Programm Planung und Ablauf wurde vom m20d team zusammengestellt.

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program selection process

The selection process of the Open Call was aided by jurors Georg Elben, Director Glaskasten Marl, Seamus Kealy – Director Künstlerhaus Salzburg, Agatha Jaworska – Curator/Artist, Canada/Netherlands, Susan Quinn – Director SEAD, Salzburg and Lawrence English, Curator/Artist, Room40, Australia. The following three artists have been directly invited by the m20d curatorial team prior to the Open Call:  Taus Makhacheva, Tetsuya Umeda and Anna Vasof. Curatorial planning and program sequence was determined by artistic directors Theo Deutinger, Stefanos Filippas, Eliza Mante, Ana Rita Marques and Heinz Riegler.